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- Reflexionen rund um die "besten Gedanken"

Wo sollte man eine Suche nach diesen "besten Gedanken" beginnen? Sollte man nicht meinen, daß sie in Lehrbüchern stehen und in religiösen Schriften wie der Bibel, in Nachschlagewerken, Zeitungen, in politischen Programmen der einzelnen Parteien? Ich denke, auch in Briefen, Romanen, in Filmen, in Gedichten, Märchen, in Tagebüchern und im Gedächtnis vieler Menschen befinden sich solche besten Gedanken.

In dem folgenden Text stelle ich einige meiner Gedanken ("Überlegungen") rund um Gedanken vor.
Prometheus und Epimetheus Prometheus (der "Vor-Denker") ist bekannter als sein Bruder Epimetheus (dessen Name wohl mit "Nach-Denker" übersetzt werden kann).
Vordenker haben einen schlechten Ruf heute, trotzdem lässt sich so mancher Philosoph nur zu gern nachsagen, er sei ein solcher, besser noch, er sei ein "nachdenklicher Vordenker". 
Viele haben es schwer, "gute Gedanken" und "Vor-Denken" zusammen zu bringen. Schon immer waren Propheten von Katastrophen besser dran. Auch darin zeigt sich, wie schwer "gutes Denken" - "Gutes denken" nach wie vor ist.
Gute Gedanken werden immer wieder gedacht. Die besten Gedanken wurden viele Male unabhängig voneinander zu verschiedenen Zeiten gedacht. 
(Lustig ist, dass aus dieser Tatsache geschlussfolgert wurde, dass es überhaupt keine neuen Gedanken mehr gäbe, weil "alles schon einmal gedacht wurde".)

Als Beispiel seien Jesus und Konfuzius genannt, die - 500 Jahre und 10.000 km voneinander getrennt - das Gebot der Nächstenliebe in den Mittelpunkt sittlichen menschlichen Handelns stellten.
Die Aussagen von Jesus setze ich als bekannt voraus, das Zitat von Konfuzius findet sich in andere Kulturen
Aufbewahren und Vergessen So, wie man nicht alles, was je von Menschenhand geschaffen wurde, bewahren kann für die Ewigkeit, so kann auch nicht jeder einzelne Gedanken bewahrt werden. Gebäude stürzen ein, Autos rosten, Socken bekommen Löcher - doch Gedanken werden nicht "alt", verschleißen nicht. 
Man stelle sich vor - in 1000 Jahren, in 10.000 Jahren - ist die Erde vielleicht ein einziger Berg von Informationsträgern (Büchern, Computer-Festplatten usw.) - und niemand kann in dieser Fülle noch etwas finden.

Schon heute sind die Suchzeiten, an eine bestimmte Information zu kommen, mitunter größer als die Zeit, die benötigt wird, die Information aufzunehmen und zu verarbeiten. Hinzu kommt die Unsicherheit (heute mehr denn je), dass die Information noch richtig, noch aktuell ist.

Das allein zeigt schon, dass es nötig ist, Gedanken (Informationen) nicht wahllos aufzubewahren. Einige müssen früher oder später auch "entsorgt" bzw. wieder "vergessen werden.
Doch wer will entscheiden, was bewahrenswert ist und was in den "Gedanken-Müll" gehört?
Der Begriff des Wissenswerten Da jede Zeit anders darüber denkt, was wissenswert ist und was nicht, ist es schwer zu entscheiden, was „entsorgt“ werden darf. Die Geschichte ist voll von sinnlosen Vernichtungen wertvollen Gedankengutes, z. B. den Bücherverbrennungen von Alexandria im 4. Jh. und in Deutschland im 20. Jh.
Zensur, Verbotslisten von Büchern und Gedanken gleichermaßen durchziehen die Geschichte ebenso, wie es der Kampf um Freiheit des Gedankens bzw. Meinungsfreiheit ist.

Auch zeigt sich, dass es immer wieder sinnvoll ist, sozusagen in Spiralen wieder "zurückzugehen", aus neuer historischer Sicht, aus einer neuen gesellschaftlichen und geistigen Sicht heraus die "Klassiker" wieder einmal zu lesen. "Zurück zu den Anfängen"  war eine Losung des Humanismus, der "Re-Naissance", die vor allem auch von Philipp Melanchthon, dem Freund und Weggefährten Martin Luthers vertreten wurde: er betonte die Wichtigkeit des Studiums der Originanquellen.

Doch - wenn man immer erst alles wissen muss, was andere zu einem Thema gedacht haben, ist man beim Lesen alt und grau geworden und hat keine Zeit mehr, eigene Gedanken zu wagen.
 
Verdichten Die Frage muss anders gestellt werden.
Wenn die guten Gedanken "immer wieder" gedacht werden, gibt es sie in unzähligen Versionen, Darstellungen, Zusammenhängen, in Beispielen und Verallgemeinerungen, in Anwendungen und in Hypothesen.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, diese guten Gedanken in irgendeiner Form zu "verdichten", sie zusammenzufassen:
Ich kann mir vorstellen, dass das die Aufgabe unserer Zeit ist.

Mit der Weitergabe des ererbten geistigen Reichtums an die nächste Generation muss eine "Zusammenschau", eine "Auslese" stattfinden. Nicht nach dem Prinzip: dieser Gedanke ist gut und wird bewahrt, dieser ist schlecht und wird vernichtet, sondern nach dem Prinzip:

Wie kann dieser gute Gedanke, den es bei X, Y, Z gibt, so zusammengefasst werden, dass man ihn nicht in allen drei Versionen - der von X, der von Y und der von Z - lesen muss?
Wie kann man "alte" und "neue" Gedanken so verbinden, dass die alte Version aufbewahrt und gleichzeitig weiterentwickelt wird?
Gibt es eine "beste Version" eines Gedankens?
Was wird dann aus dem "geistigen Eigentum", wenn es keine eindeutige Zuordnung eines Gedankens zu einem einzigen Autor mehr gibt?
usw.

Eine Betrachtung über gute und schlechte Gedanken
  Wer sich Gedanken über gute und beste Gedanken macht, kommt nicht umhin, auch über schlimme, schlechte und böse Gedanken nachzudenken.  Auch das in Mode und wieder in Verruf geratene "positive Denken",  Worte wie Zweckoptimismus, rosarote Brille, Schönfärberei, kindliches Gemüt, Naivität, Schmeichelei und  Kompliment  gehören sicher in diese Betrachtung hinein.
Es dürfte schwierig sein, die Frage nach den besten überhaupt denkbaren Gedanken schnell zu beantworten. Vielleicht ist dies auch ganz und gar unmöglich. 

Vielleicht sind die möglichen Antworten ganz und gar individuell - oder gibt es sozusagen "kollektive beste Gedanken" der Menschheit?

Einige erste  Überlegungen möchte ich hier anbieten:
1. Ein Gedankenspiel
2. Das Gegenteil
3. Es ist gar nicht so leicht, ...
4. Gut und Schlecht denken
5. Der Harmonie-Test
6. Frohe Botschaft und gute Wünsche
 
1. Ein Gedanken-Spiel Machen Sie einmal den Test, versuchen Sie herauszubekommen, was die besten aller denkbaren Gedanken sind:
       Was war Ihr schönster Gedanke?
       Welcher Gedanke, welche Erkenntnis hat Sie besonders glücklich gemacht?  
 
2. Das Gegenteil Es soll Menschen geben, die vor "guten Gedanken" Angst haben.  Das sind die, die "alles schlecht machen", "negativ denken", "böse Gedanken" haben. Man kann ganz krank werden von solchen schlechten Gedanken.

Darum hatte die Idee des "positiv denken" eine Zeitlang einen großen Zulauf. Doch die Probleme, aus denen heraus viele Menschen schlimme, sorgenvolle, trübsinnige Gedanken haben, wurden damit nicht aus der Welt geschaffen. Auch ein Therapeut kann nicht wirklich helfen, wenn jemand depressiv wird, weil er keine Arbeit mehr hat ...
Wer über die besten denkbaren Gedanken nachdenkt, muß logischerweise darüber nachdenken, was denn die "schlimmen" Gedanken sind, warum es sie gibt, ob sie notwendig sind bis in alle Ewigkeit oder bis zum Untergang der Menschheit....
 
3. Es ist gar nicht so leicht, .... ...  umzudenken und einmal "so gut wie möglich" zu denken. Dazu sind die "schlechten" Gedanken gegenwärtig noch viel zu stark.

Wer war das doch gleich, der meinte, man solle sich zu jedem Menschen, den man kennt, etwas positives denken, sich dessen Vorzüge vor Augen halten, was einem an diesem Menschen am besten gefällt? Vielleicht haben Sie Lust, dieses Experiment selbst einmal auszuprobieren?  Ich hoffe, es wird Ihnen  leicht fallen.

Noch eine Episode fällt mir ein:
Als meine Tochter etwa 10 Jahre alt war, erzählte sie mir, dass Conny, eine ihrer Mitschülerinnen, Schule geschwänzt hätte. Ich fragte sie, wie sie darauf gekommen sei, und sie meinte, Conny wäre gestern nicht in der Schule gewesen und habe heute keinen  Entschuldigungszettel abgegen. Ich wollte von ihr wissen, ob sie die ganze Zeit bei Conny gewesen sei, ob es nicht sein könnte, dass Conny den Zettel abgegeben habe, ohne daß sie es gesehen hätte. Ja, das könnte gewesen sein.   Also, sagte ich, solange Du nicht sicher bist, daß sie unentschuldigt gefehlt hast, ist es gemein gegen Conny, ihr so etwas zu unterstellen.
Stell dir vor, man würde dich verdächtigen, obwohl du es gar nicht gemacht hast. Wärst du nicht auch enttäuscht von deiner Freundin, wenn sie so schlecht von dir denken würde?

Wir einigten uns, daß es nicht so schlimm ist, wenn man einem Menschen, der was schlimmes getan hat, diese Tat nicht zutraut, als wenn man einem ehrlichen und anständigen Menschen etwas schlimmes unterstellt. Und dass es deshalb immer besser ist, die "beste mögliche Variante" anzunehmen, bis sich etwas anderes erweist.
"Kein gutes Haar an ihm  lassen."

"Unschuldsbeweis": Normalerweise gilt ein Verdächtiger so lange als "unschuldig", bis seine Tat bewiesen ist. Heutzutage kehrt sich das ganze um: Jemand, der einer Tat verdächtigt wird, muß "seine Unschuld
beweisen". Eigentlich ist auch das nur ein Beispiel für das "Prinzip der schlechten Gedanken".
4. Gut und Schlecht denken Wie es sich zeigt, ist das "Schlecht-Denken" wesentlich einfacher, bequemer. Es ist etwas für "Denkfaule". Gutes zu denken, ist - zumindest am Anfang - wesentlich schwerer.  
5. Der Harmonie-Test Noch einen kleinen Selbst-Test biete ich Ihnen an:
Was denken Sie, wenn Sie das Wort "Harmonie" hören?
Was empfinden Sie, wenn Sie das Wort "Harmonie" hören?

 Eine Freundin sagte vor Jahren zu mir: "Schon wenn ich das Wort höre oder ausspreche, geht es mir besser. Das Wort tut mir richtig gut."
 
6. Frohe Botschaft und gute Wünsche Gute Nachrichten sind natürlich willkommener ist als schlechte.  Die "Frohe Botschaft" kenne ich aus der Kindheit als ein kirchliches Informationsblatt. Das Wort kann als  Synonym zur "guten Nachricht" gelten.

Damit wird ein ganz wesentlicher Zusammenhang deutlich:
Gute Gedanken, gute Nachrichten machen froh, vielleicht sogar glücklich.
 Anders gesagt:   Schlechte Nachrichten machen unglücklich, traurig, drücken nieder. Wer zielgerichtet, ausgewählt und einseitig, nur schlechte Nachrichten verbreitet, nur um schlechte Gedanken beim Hörer zu erzeugen, ist in meinen Augen ein Sadist, betreibt Psychoterror.

Dabei ist es doch viel angenehmer, dem Adressaten eine gute Nachricht zukommen zu lassen. Man kann sich dann an dessen Freude mitfreuen. 
Beim Abschied sagt man sich noch ein letztes "gutes Wort": gute Nacht, guten Weg, gute Reise. - Diese Gewohnheit hat vielleicht einen viel tieferen Sinn, als man sich im Alltag bewußt ist.  Ich möchte damit ausdrücken, dass der andere mich in guter Erinnerung behalten möge. Gute  Wünsche mit auf den Weg zu geben, Grüße auszurichten, Daumen zu drücken, Genesungswünsche zu senden - alles hat mit den "guten Gedanken" zu tun - und das ist erst der Anfang....
 
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