Allgemeine
Angaben zur Ausgabe |
Illustrierte Enzyklopädie der Musikinstrumente
Musikinstrumente aus aller Welt. Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart
© 2006/2007 für die deutsche Ausgabe
Tandem Verlag GmbH
h. f. Ullmann ist ein Imprint der Tandem Verlag GmbH
320 Seiten, mehr als 1000, zum überwiegenden Teil farbigen Abbildungen,
Maße: 21,8 x 28,7 cm, gebunden
14,99 Euro
Aus dem Bulgarischen
Originalausgabe
© 2000: Kibea Publishing Company
Originaltitel:
Ilyustrovana Entsiklopedia na Muzikalnite Instrumenti
Illustrationen: Anton Radewski
Text: Boschidar Abraschew & Wladimir Gadjew
ISBN: 978-3-8331-4435-6 für die deutsche
ISBN: 954-474-224-7 für die bulgarische Orginalausgabe
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Quelle der Abbildung: [Q] |
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| Die Beschreibung des Buches bei "Zweitausendeins" |
Alles, was tönt: Musikinstrumente im Überblick mit über 1.000 Bildern. Großformat.
Die magische Kraft der Musik und ihrer Instrumente begleitet die Menschen seit Anbeginn der Zeiten: bei Festen und in Zeiten der Freude, aber auch in Momenten der Trauer. Sie war zu allen Zeiten unverzichtbarer Teil des menschlichen Lebens und hat eine schier unglaubliche Vielfalt an Instrumenten und Klangkörpern hervorgebracht: vom südamerikanischen Rufhorn aus Ton über die Schwirrholzscheibe aus Südafrika, altägyptische Harfen und javanische Gongs, schweizerische Hirschklappern und russische Schellenbäumchen bis zu den kostbaren Virtuoseninstrumenten der Moderne, deren Schöpfer den Status von Künstlerlegenden erlangt haben.
Diese umfangreiche Enzyklopädie erklärt Wirkung und Ausdruckskraft der Tonkunst, stellt die verschiedenen Methoden der Klangproduktion vor und erläutert anschaulich, wie sich erste Erfindungen über den Globus verstreuten und in verschiedenen Kulturen entwickelten. Sie gliedert die Geschichte der Musikinstrumente nach Regionen und Zeitaltern und gibt einen schnellen Überblick über Entstehungsgeschichte, Symbolik, Konstruktion und Spieltechnik. Über 1.000 farbige Illustrationen. 320 Seiten. Großformat 29x21 cm. Fadenheftung. Fester Einband |
Das Zitat ist wörtlich aus der Website www.
zweitausendeins.de übernommen |
| Die Einteilung der Musikinstrumente - nach dem schwingenden, tonerzeugenden Medium |
Es gab zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten die unterschiedlichsten Versuche, die Instrumente einzuteilen.
Die Enzyklopädie verwendet die auch in der Wissenschaft übliche Klassifikation nach dem Tonerzeugungsprinzip:
Aerophone - die Luft ist das schwingende Medium
Idiophone - Eigenklinger, das Instrument klingt selbst
Membranophone - Fellklinger, eine Membran wird zum Klingen gebracht
Chordophone - Saitenklinger, eine gespannte Seiten wird zum Klingen gebracht
Elektrophone - Erzeugung der Töne auf elektronischem Wege
Während Aerophone ( das sind alle Blasinstrumente, dazu gehört auch die Orgel und z. B. das auch bei uns inzwischen etwas bekannter Didgeridoo aus Australien), Membranophone (Trommel, Pauken usw.) und Chrodophone (Saiteninstrumente wie Geige, Zither, Banjo, Mandoline, aber auch das Klavier) eigentlich gut bekannt sind, ist der Begriff Idiophon vielleicht erklärungsbedürftig: hierzu gehören z. B. Rasseln, Klappern, Xylophone, Glocken, Zimbeln, Schellen, die Triangel, das Reibholz, auch schwingende Gläser und die knallende Peitsche oder das gute alte Handwaschbrett, das in unserer Region früher vor allem bei den Fastnachts-Bräuchen Verwendung fand, indem man mit einem Stock oder mit fingerhutgeschützten Fingern darauf rieb. Die wellenförmige Oberfläche erzeugte ein lautes, ratschendes Geräusch - für die Beteiligten ein köstliches Amüsement.
Die bei diesen Bräuchen ebenfalls gelegentlich verwendete, aus Becken, Schellen und Waschbrett zusammengebaute "Teufelsgeige" fehlt allerdings in der Enzyklopädie ... |
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| Ihre Verbreitet auf allen Erdteilen gleichermaßen - offenbar sind "alle Menschen auf der Welt gleich", alle lieben die Musik. |
Verblüffend für mich war, dass alle diese verschiedenen Prinzipien der Ton-, Klang- und Melodieerzeugung auf allen Erdteilen gleichermaßen anzufinden sind. Vermutlich wurde sozusagen überall parallel "das Fahrrad erfunden", hat die die Suche nach Möglichkeiten der Erzeugung von Tönen und Musik überall auf der Welt relativ unabhängig voneinander stattgefunden. Musik zu machen (und nicht nur zuzuhören, wenn andere musizieren oder singen) scheint also ein Grundbedürfnis der Menschen zu sein.
Eine Gesellschaft sollte meiner Meinung nach bezüglich ihres Kulturniveaus weniger daran gemessen werden, wie "modern" ihre Instrumente (die reine Musik-Technik) sind, sondern wie weit verbreitet aktives Musizieren und Singen ist.
Vielleicht wird es auch in unserem kulturellen Umfeld bald nicht mehr als lächerlich erscheinen, wenn auf Straßen und Plätzen gesungen und getanzt wird wie früher unter der Dorflinde: |
Vorgestellt werden Musikinstrumente
aus folgenden Regionen:
Afrika
Ferner Osten
Indien
Mittlerer Osten
Amerika
Australien u. Ozeanien
Europa
(mit zeitlicher Unterstruktur
vom Altertum
bis ins
20. Jh.)
sowie
die Instrumente des Symphonie-Orchesters |
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"Flöten hör ich und Geigen,
lustiges Bassgebrumm.
Junges Volk im Reigen
tanzt um die Linde herum.
Wirbelt wie Blätter im Winde,
jauchzet und lacht und tollt.
Ich bliebe ja so gerne bei der Linde,
aber der Wagen, der rollt." |
3. Strophe
des Volksliedes
"Hoch auf dem
gelben Wagen" |
| Als Beispiel eine kleine Auswahl von Blasinstrumenten: Flöten und Schalmeien [A] |
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Abbildung und Text S. 17 |
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Diese "Ombgwe" , diese |
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"Flöte des Karanga-Stammes aus Simbabwe besteht aus einer ausgehöhlten Orangenfrucht, die mit einem Blasloch versehen ist und auf ein unten geschlossenes Bambusrohr aufgesetzt wird. Die Fingerlöcher ermöglichen Melodietöne.
Das das Instrument nie mehr als vier Fingerlöcher hat, kann des der Musiker mit einer Hand spielen und mit der anderen Hand ein Schüttelidiophon betätigen. Flötenspielen sowie Singen und Tanzen dazu geschehen gleichzeitig." |
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Abbildung S. 41:
Luftwirbelflöte aus Ton, Maya-Kultur,
500 n. Chr. |
Abbildung S. 61:
Kaoauau: Längsflöte aus Albatrosknochen, Neuseeland |
Abbildung S. 156:
Sopran-Schalmei,
17. Jh. |
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| Schalmei |
"Auf der Basis des Doppelrohrblatts entstanden vom 16. Jh. an eine Reihe von Instrumentenfamilien: die Schalmeien ...., die Pommern oder Bomharte ..., die Bassanellie ..., die Kortholte ..., die Cornamusa ..., die Krummhörner ..., die Rauschpfeifen ..., die Dulziane und Sordune ... und die Rackett ...
Die aufgezählten Doppelrohrblattfamilien können als die unmittelbaren Vorfahren der heutigen Oboe und des Fagott angesehen werden." |
aus dem Text
S. 156
Die durch je drei Pünktchen gekennzeichneten Auslassungen im Zitat beziehen sich auf nähere Beschreibungen. |
| Hifthorn oder Olifant oder auch Rolandshorn: |
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Abbildung S. 147: Olifant aus Elfenbein, 14. Jh. |
| Das Hifthorn im Märchen, das "so fröhlich erschallt" |
Im Märchen von "Brüderchen und Schwesterchen" der Gebrüder Grimm wird das Hifthorn erwähnt.
Kennen Sie dieses Märchen noch? Dort ist Brüderchen durch das von der bösen Stiefmutter verzauberte Wasser des Baches in ein Reh verwandelt worden. Die Geschwister finden Unterschlupf in einer kleinen Waldhütte. Doch als das Reh dann die Jäger und "das Hifthorn" hört, will es hinaus.
Nun habe ich zum ersten Mal außerhalb dieses Märchens etwas von diesem seltsamen Blasinstrument gehört.
Hier der Text aus dem Märchen: |
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"Am andern Morgen hub die Jagd von neuem an, und als das Rehlein das Hifthorn so fröhlich erschallen hörte, da musste es abermals in den Wald hinaus und dabei sein."
Am Abend kommt das Rehlein leicht verwundet von der Jagd zurück und Schwesterlein will es am dritten Tag nicht mehr hinauslassen. Doch das Rehlein spürt die Wunde nicht mehr ...
"Da begehrte es abermals in das Jagen, aber das Schwesterlein weinte und sprach: »Wenn sie dich töten, so bin ich ganz allein und verlassen von aller Welt; nein, ich lasse dich nicht hinaus.« - »So sterbe ich dir hier vor Betrübnis«, antwortete das Rehlein, »wenn ich das Hifthorn höre, so meine ich, ich müsste aus den Schuhen springen..« Da schloss im das Schwesterlein mit schwerem Herzen auf und das Rehlein sprang fröhlich in den Wald." |
Zitate sind in fetter, rotbrauner Schrift, Zusammenfassungen von mir in grauer Schrift, ich zitiere aus "Deutsche Märchen", herausgegeben vom Cigaretten-Bilderdienst Hamburg, 1939 |
| PS: Musik in Venezuela |
In Venezuela leben rund 70 Prozent der Bevölkerung im Bereich der Armutsgrenze und darunter. Allein in der Hauptstadt Caracas werden in jeder Woche bis zu 90 Menschen ermordet.
Jedoch kann in Venezuela jedes Kind eine kostenlose musikalische Ausbildung erhalten. Vor mehr als dreißig Jahren hat ein Musiker (den Namen habe ich mir nicht merken können) begonnen, diese Idee, diesen Traum zu verwirklichen. Das Prinzip ist , „Zugang für alle, Förderung der Talente“. Ausgang dieser Idee ist das Wissen, dass Musik zur Charakterbildung beiträgt. Das Ziel ist es, die Gesellschaft durch Musik zu verändern.
So hat man z. B. die Erfahrung gemacht, dass durch die Ausübung von Musik aggressive bzw. gefährdete Jugendliche sich verändern, friedlicher werden, ihnen ihr Leben mehr Freude macht. Musik vermittle Gefühle der Zusammengehörigkeit und Liebe, der Zusammenarbeit und Freundschaft und anderer Werte. Gegenseitiges Verständnis und das Zuhören werden geübt.
In Venezuela gibt es inzwischen ein Jugendmusikorchester, die „Junge Philharmonie“. Sie ist der größte Klangkörper dieser Art in der Welt. Die „unbändige Spielfreude“ der Musiker wird in der Sendung erwähnt. Dieses Orchester gastierte im Jahr 2005 in Deutschland, führte Workshops gemeinsam mit der Berliner Philharmonie durch. Deren Leiter, Sir Simon Rattle, spricht sich sehr lobend über dieses Konzept aus.
Der beste venezolanische Musiker wurde interviewt, er erzählte, dass er ein aggressiver Junge war und sich gut vorstellen kann, was ohne die Musik aus ihm geworden wäre.
Einen Wermutstropfen gibt es jedoch in diesem wunderbaren Konzept:
Mit seiner Ausbildung und mit seinem Talent hat dieser junge Mann es geschafft, in der Berliner Philharmonie spielen zu dürfen, wenn er will auf Lebenszeit. Er geht also seinem Land verloren. |
Die Informationen habe ich aus der Sendung "Kulturzeit" vom 26. 09. 2005 auf 3Sat |
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Der Musiker, der diese Idee umsetzte, erinnert mich an „den Mann, der Bäume pflanzte": |
siehe auch
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