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Die Bibel, Altes Testament: Das Hohelied Salomos und andere Texte

Natürlich ist die Bibel nicht nur ein religiöses Buch, sie ist Teil des Weltkulturerbes der Menschheit - als kulturhistorisches Zeugnis der Geschichte von mehr als 1500 Jahren.

Die Bibel wird auch von vielen Atheisten als eines ihrer Lieblingsbücher genannt. Denn sie enthält neben den gottbezüglichen Texten auch viel Weisheit, praktische Ratschläge, Lebenserfahrungen und viele sehr schöne, konkrete und lebensnahe Geschichten aus der Geschichte der Menschheit. Darüber hinaus ist sie ein "Buch der Hoffnung" und der Hinweise für eine kluge Politik.
Liest man sie genau, finden man die Anfänge moderner Hygiene, Rechtssprechung und Morallehre in ihr genauso wie Organisationsanleitungen für das Gemeinwesen und die Darstellungen von Religionskriegen und Eroberungskriegen.
Darüber hinaus haben Mythen, Gleichnisse, Parabeln und Lieder einen festen Platz in ihr.

Sie ist bis heute in ihrer Komplexität, in der Vielzahl der Autoren (wenn man nicht nur den einen Autor Gott akzeptieren will), in dem Zeitraum,  aus dem sie berichtet, einmalig und unübertroffen.
Sie ist eine kulturelle Meisterleistung vieler Generationen von Menschen, sie ist
"das Buch der Bücher"
schlechthin.

Neben ersten Textauszügen[Q] gibt es auf dieser Seite eine kleine Einführung in die Struktur der Bibel mit ihrem genialen Findesystem: unabhängig von Ausgabe, Sprache, Format läßt sich jeder Satz der Bibel nach "Buch", "Kapitel" und "Vers" eindeutig zuordnen und kann so immer wieder schnell gefunden werden.

1. Aus dem Prediger Salomo  "Alles hat seine Zeit"
2. Weitere gute Gedanken aus dem Alten Testament
3. Eine kleine Einführung in das Text-Finde-System der Bibel


 
 
 

1. Das Hohelied des Salomo "Jegliches hat seine Zeit"


1  Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
2  geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
3  töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
4  weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
5  Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
6  suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
7  zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
8  lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat
seine Zeit.
9  Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
10  Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie sich damit
plagen.
11  Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit  in ihr Herz gelegt; nur daß der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
12  Da merkte ich, daß es nichts Besseres  dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
13  Denn der Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
14  Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.
15  Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.
aus
Der Prediger Salomo (Kohelet), Kapitel 3, die Verse 1 - 15;

Die Quellenangabe als Kürzel geschrieben:
Pr 3, 1 - 15  

 
 

2. Weitere gute Gedanken aus dem Alten Testament


Über den folgenden rätselhaften Ausspruch im 2. Buch Mose habe ich viel nachdenken müssen.
Es geht um die Situation, als Moses eine Stimme aus einem brennenden Dornbusch hört und berufen wird, das Volk der Israeliten aus Ägypten wegzuführen.
Meine laienhaften Gedanken dazu  werden sicher von den Theologen und Sprachwissenschaftler abgelehnt, ich mute sie Ihnen trotzdem zu, zuerst die Textstelle: 
 

Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach:  So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt.
2 Mose 2, 3 

Andere Übersetzungen lauten
"Ich bin, der ich bin." 

Diese zwei Versionen habe ich einmal "zusammengedacht" und heraus kam:
"Ich bin, der ich sein werde."
Das ist nun eine Formulierung, die noch viel rätselhafter ist als eine der beiden obigen. Doch ich lese in ihr die Aussage, dass es eine Entwicklung gibt, auch in Gott selbst. Diese meine Version verbindet statische und dynamische Sicht, macht Sein und Möglichkeit, Gegenwart und Zukunft "zu einem".

Ein weiterer Aspekt, eine weitere Assoziation ist für mich die Anwendung auf den Menschen: Ein guter Lehrer, gute Eltern erkennen in den Kindern nicht nur das, was sie sind, sondern auch die in ihnen liegenden Möglichkeiten, was sie werden können. Sieht man die nicht und unterstützt man ein Kind nicht, dieses Potential auszuschöpfen, "das beste aus sich zu machen", dann wird es verkümmern.

All diese Gedanken lassen mich glauben - auch wenn es vielleicht falsch ist - dass die Version "Ich bin, der ich sein werde." nicht so ganz abwegig ist.
 
 

Ganz am Rande erwähnt sei an dieser Stelle die "Erfindung" des Ruhetages, des Sonntages oder Sabbats, den wir der Bibel bzw. dem Judentum verdanken. Der ist auch  für Atheisten  ein Segen, denke ich.

Im Alten Testament findet sich dazu diese Aussage:
ausführlicher schreibe ich dazu in Sieben-Tage-Woche 

 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
1 Mose 2, 2-3  

 

In den Sprüchen Salomons, Kapitel 21, Vers 25-26
fand ich einen sehr nachdenkenswerten Text. Es ist kein Schreibfehler: "seinem" und nicht "seinen" Wünschen heißt es dort, ein interessanter, gar nicht so kleiner Unterschied in der Betrachtung.
So schön und einfach kann man ihn benennen, diesen gut bekannten Widerspruch zwischen dem, was der Mensch will, und dem,  was er wirklich tut.
 

"Der Faule stirbt über seinem Wünschen, denn seine Hände wollen nichts tun...."
Spr. 21, 25 

Diesem Spruch folgt Vers 26 mit:
 

Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts. 
 

Irgendwie scheint die im folgenden Vers geschilderte Situation ganz gut funktioniert zu haben:
(aus dem Buch der Richter, Kapitel 17, Vers 6 und  - fast gleichlautend - aus Kapitel 21,  Vers 25)
 

"Zu der Zeit war kein König in Israel, und jeder tat, was ihn recht dünkte."
bzw.
"Zu der Zeit war kein König in Israel; jeder tat, was ihm recht dünkte."
Ri 17, 6 bzw. Ri 21, 25 

Diesen Vers erwähne ich in Assoziation zu einer anderen Seite hier auf der Website - dem Buch von Fernando Savater "Tu, was du willst."

siehe
Savater, F. 

3. Eine kleine Einführung in das Findesystem der Bibel


Die Bibel hat ein wunderbares Text-Finde-System:
Ihre Texte sind in Bücher, Kapitel und sogenannte Verse untergliedert, so dass in jeder Sprache und unabhängig von der konkreten Buchgestaltung jede Textstelle sehr schnell gefunden werden kann.
Allgemein bekannt dürfte sein, dass sie in die zwei  "Testamente" - "Altes Testament" und "Neues Testament" - untergliedert ist und das Alte Testament mit dem "1. Buch Moses"  (bzw. Mose) beginnt.

Die Quellenangabe erfolgt i. a. durch ein Buchstabenkürzel  für den Namen des jeweiligen Buches bzw. seines Autors (oder dem, dem die Autorenschaft zugeschrieben wurde). Die Kapitel und Verse sind dann "zählend" geordnet. Mitunter bestehen die Verse aus mehreren  Sätzen, meist  ist jeder Vers nur ein einziger Satz. Die erste Ziffer nach dem Buchstabenkürzel nennt das Kapitel, die zweite Ziffer den Vers.

Hier ein paar Beispiele für das Kürzel-System:

Der erste Satz der Bibel "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.", der im 1. Kapitel des 1. Buch Mose steht, erhält also das Kürzel 1 Mose  1, 1

2 Mose 23, 8 bedeutet demzufolge: 2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 8.
Das Kapitel 23 ist überschrieben:
"Gebote der Gerechtigkeit und Nächstenliebe"
Vers 8 lautet übrigens:
 

"Du sollst dich nicht durch Geschenke bestechen lassen; denn Geschenke machen die Sehenden blind  und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind." 
 

Ein weiteres Beispiel ist "2 Mose 23, 9" (2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 9) mit dem Text:
 

Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, weil ihr selbst Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid."
 

 
Die Bücher des Alten Testaments (AT) sind noch einmal untergliedert in
          - Geschichtsbücher
          - Lehrbücher und Psamen
          - Prophetenbücher

In den Geschichtsbüchern gibt es z. B.:
          1 Mose             -  1. Buch Moses
          2 Mose             -  2. Buch Moses
          Ri                      -  Das Buch der Richter

In den Lehrbüchern und Psalmen findet sich u. a.:
          Spr                 - Die Sprüche Salomons (Sprichwörter, auch Sprüche)
          Pr oder Pred  - Der Prediger Salomo (Kohelet)

Von den  Prophentenbüchern dürften am bekanntesten sein:
           Jes - Jesaja

 

 Die verwendeten Kürzel für die einzelnen Bücher des Neuen Testaments (NT) sind
        Mt     -  Das Evangelium nach Matthäus
        Mk    -  Das Evangelium nach Markus
        Luk   -  Das Evangelium nach Lukas
        Joh   -  Das Evangelium nach Johannes
"Evangelium" bedeutet "Frohe Botschaft".
Außerdem gibt es noch
         Apg  -  Die Apostelgeschichte des Lukas
         Off   -  Die Offenbarung des Johannes
sowie Briefe von Petrus und Paulus und anderen.

Hier noch in Beispiel aus dem NT:
           "Apg 20, 35"   heißt:    Apostelgeschichte, Kapitel 20, Vers 35

 

Neben diesen vier biblischen Evangelien gibt es weitere historische Dokumente, die als "Evangelien" bezeichnet werden. Auch in ihnen steht Jesus von Nazareth im Mittelpunkt. Da sie nicht in die Bibel aufgenommen wurden, werden sie oft auch als "apokryph"  (unecht, zweifelhaft) bezeichnet. Sehr bekannt wurden die "Apokryphen Evangelien" aus Nag Hammadi. Am bekanntesten unter ihnen ist das "Thomas-Evangelium", auf das z. B. der Film "Stigmata" Bezug nimmt.
Siehe auch in Philosophie + Ethik
die Seite
Jesus 

Anmerkungen
 

Als Quelle verwende ich:
DIE BIBEL
nach der Übersetzung Martin Luthers mit Konkordanz
Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft zu Berlin und Altenburg
Taschenformat
2. Auflage 1990
ISBN 3 - 7461 - 0068 - 2

jüngste Aktualisierung am 01.11.2013
im Netz seit dem 07.04.2009

http://www.die-besten-gedanken.de/dbg-04-spirit/dbg04b_bibel_at.html 
 

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