| Der Mensch |
Pierre Teilhard de Chardin, der französische Jesuit und Wissenschaftler, lebte von 1881 bis 1955. Besonders hatten es ihm die Philosophie, die Anthropologie, Geologie und Paläonthologie angetan. Aufgrund seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Forschungen (viele Jahre lebte und forschte er in China) und seiner "unorthodoxen theologischen Auffassungen" (Wikipedia über ihn, April 2009) der darauf fußenden Gedanken geriet er in Konflikt mit der katholischen Kirche, die die Veröffentlichung seiner Werke verbot und sogar dafür sorgte, dass er aus Frankreich verbannt wurde.
Darauf lebte er in den USA. Erst nach seinem Tod konnten seine Bücher gedruckt werden und erreichten in kürzester Zeit Millionenauflagen. |
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Quelle der beiden Abb. - siehe [Q1] |
| Das Buch |
Pierre Teilhard de Chardin
DER MENSCH IM KOSMOS
Union Verlag Berlin
Lizenzausgabe der
C. H.
Becksche Verlagsbuchhandlung München, 1959
ca. 400 Seiten
Titel der Originalausgabe:
Le Phénomène Humain (Éditions du Seuil)
Aus dem Französischen
von Othon Marbach
Diese Ausgabe des Buches kaufte ich Jahre später antiquarisch. Der Union Verlag Berlin war ein Verlag in der DDR, der der CDU nahestand oder ihr sogar gehörte. |
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Der Grundgedanke des Buches ist, die Evolution des Kosmos, der Materie, des Lebens und des Geistes auf ihre Zielgerichtetheit hin zu untersuchen. |
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| Über Teilhard de Chardin ... |
... gibt es viele Informationen, vor allem auch interessante Webseiten:
www.teilhard.de - Auf dieser deutschen Seite gibt es nicht nur aktuelle Texte über Leben und Werk von Teilhard de Chardin, sondern auch Hinweise auf Veranstaltungen. U. a. werden ein regelmäßiges Lesetreffen in Köln und Leseabende in München erwähnt.
Auch bei www.nugev.eu, der Website des Vereins "Naturwissenschaft und Glaube e. V." gibt es zahlreiche lesenswerte Informationen.
www.teilharddechardin.nl ist die Webseite einer niederländische Stiftung, die sich dem Werk von Teilhard de Chardin widmet. Die Texte dort sind auch in englischer und deutscher Sprache abrufbar. |
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| Noch immer ist die Sicht auf ihn widersprüchlich: |
Als Beispiel habe ich im folgenden zwei Zitate herausgesucht, das erste aus der Kathpedia (http://www.kathpedia.com/index.php/Teilhard_de_Chardin, Stand 06. 04. 2009), die sich z. B. auf eine Enzyklika von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1998 "Fides et Ratio" (Glaube und Vernunft) beruft, das zweite Zitat ist aus der Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Teilhard_de_Chardin mit Stand 06. 04. 2009: |
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| Kathpedia |
"Die damalige Bedeutung von Teilhard de Chardins liegt in seinem mutmaßlich gescheiterten Versuch, den christlichen Glauben mit der damals in breiteren Volkskreisen "neuen" evolutionären Sicht von Kosmos und Leben der Welt zusammenzudenken. ...
Das Hl. Offizium warnte noch unter Johannes XXIII. 1962 vor den Werken Teilhards. Nach Abklingen der gigantischen "Teilhard-Welle" wandte sich die seriöse Theologie seit den 1970-er Jahren wieder ihren eigenen Aufgaben zu. Aber auch die Enzyklika Fides et ratio von 1998 muss als implizite Ablehnung wesentlicher teilhard'scher Prämissen beachtet werden."
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Hervorhebungen
im Text von mir - B. K.
Auf der Originalseite ist "Fides et ratio" verlinkt auf die entsprechende Seite der Kathpedia. |
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Es wird in diesem kleinen Zitat hoffentlich schon deutlich, daß die katholische Kirche nach wie vor nicht glücklich ist mit der Existenz der Gedanken Teilhard de Chardins. |
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| Wikipedia |
"Bahnbrechend (und zu seiner Zeit anstößig) ist er darin, die Schöpfung nicht als etwas „einst“ Abgeschlossenes und seither Fertiges anzusehen (wie es die biblischen Schöpfungserzählungen nahe zu legen scheinen), sondern als einen bis ans Ende der Zeit fortdauernden Prozess mit noch ungeahnten Ergebnissen, der in der physikalisch-biologischen Welt, aber auch in der geistigen Welt wirkt. Schöpfung und Evolution ist für ihn dadurch kein Gegensatz mehr. Neu gedacht hat er auch das Verhältnis von „notwendiger“ Entwicklung und menschlicher Freiheit. Theologischer Anknüpfungspunkt ist ihm dabei die Lehre vom Heiligen Geist (Spiritus Creator), dessen Wirken kein bloß vergangenes ist und der mit der geschöpflichen Freiheit zusammenwirkt. Seine Überlegungen zur Evolution des Menschen, insbesondere hinsichtlich dessen geistiger und spiritueller Aspekte, werden oft mit denen des indischen Philosophen Aurobindo verglichen, der den gegenwärtig lebenden Menschen als Übergangswesen zu einer höheren Entwicklungsstufe ansieht." |
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Sein Buch "Der Mensch im Kosmos" vermittelte mir ein Erkenntniserlebnis der ganz besonderen Art. Nicht nur, was ich darin las, sondern auch was ich dabei empfand, war eine ganz eigenartige Erfahrung.
Ähnlich wie der evangelische Theologe und Ornithologe Otto Kleinschmidt aus Wittenberg vereinte der französische Jesuit und Paläonthologe, der von 1881 bis 1955 lebte, die Positionen eines Wissenschaftlers und die eines gläubigen Menschen. Das brachte ihm natürlich-notwendigerweise von beiden Lagern keine Sympathie ein. Die Wissenschaftler kritisierten die Durchdringung seiner wissenschaftlichen Lehre mit Glaubensmomenten. Damit war vor allem die Tatsache gemeint, daß er die Evolution als einen zielgerichteten, "teleologischen" Prozeß ansah.
Die katholische Kirche verbot die Veröffentlichung wesentlicher Arbeiten von T. d. Ch., so daß der "Mensch im Kosmos" erst nach seinem Tod im Jahr 1955 erscheinen konnte. Darüber hinaus kritisierte sie seinen "Evolutionismus" und seinen "Fortschrittsoptimismus", der im Widerspruch zur Lehre von der Erbsünde und dem Jüngsten Gericht stehe.
Auf Teilhard geht der Begriff des "Omega-Punktes" zurück, der von ihm als Zielpunkt der Evolution angesehen wird, als die Personifikation ihres Sinns und Zwecks.
Seine Erkenntnisse über die Entwicklung der "Noosphäre", der Geist-Sphäre der Erde im Ergebnis der biologischen Evolution machen schließlich den Menschen zum Träger der weiteren Evolution und zum Werkzeug der Fortsetzung der Schöpfung Gottes. Daß dieser scheinbare Anthropozentrismus jedoch eher eine neue Sicht auf die Beziehung zwischen Mensch und Gott darstellt, ist wohl bis heute der Kirche entgangen. Denn sonst wäre er im öffentlichen Bewußtsein wesentlich mehr präsent.
Indem er den Evolutionsgedanken auf sowohl die gesamte Materie, den gesamten Kosmos als auch auf die Evolution des Bewußtseins (des Geistes) anwendet, analysiert er diese Entwicklung und erkennt ihre Zielgerichtetheit. Dieses Ziel sieht er verwirklicht in einer reichen und glücklichen Menschheit in der Zukunft. Seine Zukunftsvision ist von einem wissenschaftlich begründeten, ansteckenden Optimismus. |
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In diesem Gedankenansatz kann man eine sehr schöne Traditionslinie zurück zu Jesus von Nazareth ziehen, der bereits von dem "geistigen Menschen" im Unterschied zum "natürlichen Menschen" sprach. Aus den wenigen von Jesus überlieferten Worten kann man genau diese Schlußfolgerung ziehen:
Der Mensch ist noch lange nicht am Ende seiner (geistigen) Evolution angekommen. Welche Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten noch vor der Menschheit liegen, können heute wohl nur die wenigsten Menschen ahnen.
In diesem Sinne ist auch der folgende Satz Teilhard de Chardins bemerkenswert:
"Die Welt ist nur nach vorwärts interessant."
Sein Fortschritts- und Zukunftsglaube ist einer der schönsten Gedanken, die ein Mensch überhaupt denken kann. |
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Das Buch selbst ist viel zu umfangreich und komplex, als dass es möglich ist, die wichtigsten Gedanken im Detail hier zusammen zu fassen und vorzustellen. Es mögen auch für jeden Lesenden andere Fragen sein, die ihn oder sie ansprechen.
Vorerst will ich in das Inhaltsverzeichnis hier notieren, vielleicht macht das schon den einen oder anderen neugierig ... |
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Inhaltsverzeichnis
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Aus dem Vorwort der fanzösischen Ausgabe von N. M. Wildiers
Vorbemerkungen des Verfassers |
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| Prolog |
Sehen
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| I. Teil |
DIE VORSTUFE DES LEBENS |
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Erstes Kapitel |
Der Weltstoff
I. Der Urstoff
A. Die Vielheit
B. Die Einheitlichkeit
C. Die Energie
II. Der Gesamtstoff
A. Das System
B. Das Totum
C. Das Quantum
III. Die Evolution der Materie
A. Die Gestalt
B. Die Zahlengesetze
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| Zweites Kapitel |
Die Innenseite der Dinge
I. Existenz
II. Qualitative Gesetze des Wachstums
A. Erste Beobachtung
B. Zweite Beobachtung
C. Dritte Beobachtung
III. Die geistige Energie
A. Das Problem der beiden Energien
B. Eine Lösungsmöglichkeit
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S. 44
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| Drittes Kapitel |
Die jugendliche Erde
I. Die Außenseite
A. Die Welt kristallisiert
B. Die Welt polymerisiert
II. Das Innere
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S. 63 |
| II. Teil |
DAS LEBEN |
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| Erstes Kapitel |
Das Leben erscheint
I. Die „Schwelle des Lebens“
A. Mikroorganismen und Makromoleküle
B. Ein vorgesehener Zeitraum
C. Die Revolution der Zelle
II. Das erste Erscheinen des Lebens
III. Die Blütezeit des Lebens
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S. 77 |
| Zweites Kapitel |
Das Leben breitet sich aus
I. Die elementare Bewegung des Lebens
A. Reproduktion
B. Vermehrung
C. Erneuerung
D. Konjugation
E. Assoziation
F. Planmäßige Additivität
G. Eine Folgeerscheinung: Die Verhaltensweisen des Lebens
II. Die Verzweigung der lebenden Masse
A. Die Wachstumsaggregation
B. Entfaltung der Reifezeit
C. Effekte der Zeitferne
III. Der Lebensbaum
A. Die großen Linien
B. Die Größenverhältnisse
C. Die Evidenz |
S. 114 |
| Drittes Kapitel: |
Demeter
I. Der Ariadnefaden
II. Der Aufstieg des Bewußtseins
III. Das Nahen der Zeiten
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S. 167 |
| III. Teil |
DAS DENKEN |
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| Erstes Kapitel |
Die Geburt des Denkens
I. Die Schwelle der Reflexion
A. Die elementare Stufe. Die Menschwerdung des Individuums
B. Die stammesgeschichtliche Stufe. Die Menschwerdung der Art
C. Die planetarisch - irdische Stufe. Die Noosphäre
II. Die Urformen
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S. 197 |
| Zweites Kapitel |
Die Entfaltung der Noosphäre
I. Die verzweigte Phase der Prähominiden
II. Die Gruppe der Neandertal-Menschen
III. Der Komplex Homo Sapiens
IV. Die Metarmorphose des Neolithikums
V. Fortdauer des Neolithikums und Aufstieg des Westens
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S. 235 |
| Drittes Kapitel |
Die moderne Erde
I. Die Entdeckung der Evolution
A. Die Wahrnehmung der Raum-Zeit
B. Die Verstrickung der „Dauer"
C. Die Erleuchtung
II. Das Problem der Handlung
A. Die Unruhe der modernen Welt
B. Das Verlangen nach Zukunft
C. Scheideweg und Wahl
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S. 265 |
| IV. Teil |
DAS HÖHERE LEBEN |
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| Erstes Kapitel |
Die kollektive Lösung
1. Der Zusammenfluß des Denkens
A. Zwang des Verwachsens
B. Mega-Synthese
II. Der Geist der Erde
A. Humanität
B. Wissenschaft
C. Einheit der Seelen
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S. 297 |
| Zweites Kapitel |
Jenseits des Kollektiven: Das Überpersönliche
I. Die Konvergenz des Persönlichen und der Punkt Omega
A. Das Universum - persönlich
B. Das Universum - persönlichkeitsbildend
II. Die Energie „Liebe“
III. Die Attribute des Punktes Omega
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S. 320 |
| Drittes Kapitel |
Der Endzustand der Erde
I. Voraussagen, die auszuschließen sind
II. Die Vorzeichen
A. Die Organisation der Forschung
B. Die Entdeckung des Menschen
C. Die Verbindung Wissenschaft - Religion
III. Das Ende
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S. 347 |
| Epilog: |
Das Phänomen des Christentums
I. Richtungen des Glaubens
II. Werte seines Daseins
III. Kraft des Wachstums
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S. 372 |
| Nachwort |
Zusammenfassung oder Nachwort: Die Essenz des Phänomens Mensch
I. Eine Welt, die sich einrollt, oder: Das kosmische Gesetz von Komplexität und Bewußtsein
II. Das erste Erscheinen des Menschen, oder: Die Schwelle des Ichbewußtseins des Individuums
III. Das soziale Phänomen, oder: Der Aufstieg zur Schwelle des Kollektivbewußtseins |
S. 383 |
| Anhang: |
Einige Bemerkungen über den Rang und die Rolle des Bösen in einer evolutionären Welt
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S. 398 |
| Abbildungen |
1. Schema der schichtweisen Entwicklung des Tetrapoden
2. Der „Lebensbaum“ nach Cuénot
3. Symbolisches Schema der Entwicklung der Primaten
4. Schematisch - symbolische Darstellung der Entwicklung der menschlichen Schicht |
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