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Robert Harrison
Gärten
Ein Versuch über das Wesen der Menschen
Titel der amerikanischen Originalausgabe, nach der übersetzt wurde:
Gardens. An Essay on the Human Condition
The University of Chicago Press
Chicago and London 2008
Aus dem Amerikanischen von Martin Pfeiffer
Carl Hansen Verlag
München 2010
332 Seiten
24,90 Euro
ISBN 978-3-446-23296-9
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| Manufactum beschreibt das Buch so: |
Alle Menschen sind Gärtner.
Eigentlich. Die Welt des Gärtners unterscheidet sich fundamental von der des Nichtgärtners. Bevor man ein richtiger Gärtner werden kann, meint der tschechische Dichter Karel Capek in dem unterschätzten „Das Jahr des Gärtners“ (1929), „ist eine gewisse Reife, besser gesagt, ein gewisses väterliches Alter nötig.“ Wenn man jung ist, „dann ist man wie Adam vor dem Sündenfall. Man kostet von den Früchten des Lebens, die einem nicht gehören und glaubt, eine Blume sei das, was man im Knopfloch trägt oder seiner Angebeteten schenkt.“ Für den Gärtner hingegen ist eine Blume das, „was überwintert, was geharkt und gedüngt, gegossen und umgepflanzt, beschnitten und gestutzt, angebunden und von Unkraut, Keimlingen, vertrockneten Blättern, Blattläusen und Mehltau befreit werden muß.“ Laut Capek ist „der Gärtner ein Adam, der sich wieder mit dem Element verbunden hat, aus dem er gemacht ist“ – „bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du gekommen bist (Erstes Buch Mose 3,19).“ Seele und Garten ist etwas wesentliches gemeinsam, den Paradiesgarten kennen viele Kulturen. „Ach, ist das nicht ein Paradies?“, seufzt gar mancher Gartengast ganz irdisch.
Beruf der Sorge. Und des Denkens.
Ohne Gärten wäre die Menschheitsgeschichte eine Wüste, eröffnet uns der amerikanische Kulturphilosoph Robert Harrsion an der Eingangspforte seines großen Essays: „Gärten. Ein Versuch über das Wesen der Menschen“. Gärten sind ihm „der beste Beweis dafür, daß die Menschheit nicht ohne Grund auf der Erde ist.“ Wenn es heißt, wir müßten unseren Garten bestellen, meint das, laut Robert Pogue Harrison, der bereits ein Buch über „Wälder“ wie auch über „Die Herrschaft des Todes“ vorgelegt hat, „wir müssen heilende und erlösende Kräfte ausfindig machen und es ihnen gestatten, in uns zu wachsen.“ Wer durch Harrisons kulturphilosophische Parkanlage wandert, wird durch viele verschiedene Arten von Gärten kommen – durch reale, mythische, historische und literarische. Gleich im ersten Streifzug, im ersten Kapitel, läßt er uns an dem „Beruf der Sorge“ teilhaben, der den Gärtner auszeichnet. Auch die Dichtung ist der Gartenarbeit und der Gartenkunst verwandt, nicht nur die blaue Blume der Romantik oder die Parks und Gärten in Goethes „Wahlverwandtschaften“ zeugen davon. Im ältesten literarischen Werk, dem „Gilgamesch-Epos“, gibt es zwei phantastische Gärten, einer ist den Unsterblichen vorbehalten. Und Odysseus gelangt nach Kalypsos, einer Art Insel der Seligen, deren Weinstöcke, Veilchen, Vögel und Quellen er aber verschmäht. In Boccaccios „Dekameron“ (1350) ziehen sich junge Frauen und Männer aus dem von Seuchen verheerten Florenz in eine Villa im nahen Hügelland zurück, um Spaziergänge zu unternehmen, zu erzählen, zu feiern und zu tanzen – eine Flucht aus dem Alltag, keine Frage. Die Gartenmetaphorik trägt reichlich literarische Blüten, quer durch alle Literaturen. Der 1954 in der Türkei geborene Romanist Harrison hat eine Nase für sie, führt uns auch in islamische Teppichgärten und die des Zen. Sein Buch atmet die erfrischende Hemdsärmeligkeit amerikanischer Akademiker – er lehrt an der kalifornischen Stanford University englische und französische Literatur, er kann das Leichte und das Schwere und vermittelt uns die Gartenphilosophie Epikurs ebenso wie das Spirituelle der japanischen Gartensteine oder die Gartenkultur der mittelalterlichen Klöster. „Manche Gärten blicken nach innen, andere nach außen, einige öffnen sich der Welt, andere schließen sich von ihr ab,“ erklärt Harrison. |
siehe www.manufactum.de, dort dann nach dem Buch suchen in
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| Mein Fazit nach dem Lesen des Buches: |
Es ist ein Zukunftsbuch, in dem der Garten zur ANALOGIE für den Menschen und für die ganze Erde wird, das Fazit des Buches ist in einem Satz gesagt:
KULTIVIEREN - das meint, SICH UND DEN GARTEN (die Welt) zu "kultivieren", schöner zu machen, besser zu machen, vollkommener zu machen.
Wie soll jemand die ganze Erde wertschätzen, der nicht gelernt hat, eine kleine Blume, ein Büschel Petersilie, einen Stein, einen Strauch, ja, ein Wildkraut wert zu schätzen?
Deshalb wünsche ich mir:
Nur Gärtner dürften Politiker werden. Nur Menschen, die einen Garten sorgfältig pflegen, dürfen Politiker werden, dürfen andere Menschen anleiten, kontrollieren, dürfen in der Gesellschaft „etwas zu sagen haben“. |
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